Webseiten im Internet Explorer 6 testen – Teil 2

Heute testete ich eine weitere Möglichkeit, welche im ersten Moment recht komplex erscheint, letztlich aber einfach einzurichten ist. Die Rede ist von ies4osx in Kombination mit X11 sowie Darwine. Da X11 von Apple nur stiefmütterlich gepflegt wird (Version 2.1.6 vs. Version 2.4.0) und auch das offizielle Darwine der aktuellen Wine-Entwicklung etwas hinterherhinkt (Version 0.9.27 vs. Version 1.0.1), empfielt es sich, folgende Quellen zu benutzen: Webseiten im Internet Explorer 6 testen – Teil 2 weiterlesen

Webseiten im Internet Explorer 6 testen

Leider sind Webentwickler bei bestimmten Projekten nach wie vor darauf angewiesen, Ihre Seiten auch unter dem veralteten Microsoft Internet Explorer 6 zu testen. Da die Entwicklung des Internet Explorer für Mac OS X schon mit der Version 5.1.7 eingestellt wurde, kommt man in diesem Fall nicht um Windows herum. Seit in den Apple-Rechnern intel-Prozessoren arbeiten, lässt sich das Betriebssystem aus dem Hause Microsoft jedoch in annehmbarer Geschwindigkeit nutzen (VirtualPC wie auch GuestPC auf PPC-Macs waren bzw. sind im praktischen Arbeitsalltag leider kaum zu gebrauchen). Für „Windows auf dem Mac“ bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Entweder richtet man sich mit Hilfe von Apples BootCamp eine Windows-Partition parallel zur Mac OS X Partition ein oder aber man nutzt eine Virtualisierungslösung wie z.B. VMware Fusion, Parallels Desktop oder VirtualBox von Sun. Das auf WINE basierende CrossOverX verzichtet komplett auf Windows, unterstützt den IE6 bisher aber nur unzureichend. Hier sorgen vor allem fehlende Windows-Schriften für diverse Rendering-Probleme. Da eine Lösung per Bootcamp-Partition einen umständlichen Neustart in Windows erfordert und die beiden führenden Virtualisierungslösungen VMware Fusion und Parallels Desktop kommerzielle und damit kostenpflichtige Lösungen sind, werde ich mich in diesem Artikel auf das frei erhältliche VirtualBox konzentrieren. Mit einem bei Microsoft erhältlichen VirtualPC-Festplattenabbild lässt sich sogar die Anschaffung einer Windows-Lizenz vermeiden. VirtualBox Zuallererst läd man sich hier die Datei „IE6-XPSP3.exe“ herunter: Um die .exe-Datei extrahieren zu können, installieren wir uns das Kommandozeilentool RAR. Aus dem extrahierten Archiv kopieren wir uns die beiden Kommandozeilenbefehle rar sowie unrar in unser bin-Verzeichnis (Administrator-Identifizierung erforderlich). rar and unrar bin ist einer der vielen unsichtbaren Ordner von Mac OS X, wir erreichen diesen aber bequem über das Finder-Menü „Gehe zu/Gehe zum Ordner …“. Finder Menue Gehe zum Ordner Ein „unrar e“ per Terminal und die Datei „IE6-XPSP3.exe“ per drag’n’drop eingefügt entpackt uns nun die Datei (dies dauert ca. eine Minute). unrar Dateipfad In unserem Benutzerverzeichnis finden wir nun die Datei „XP SP3 with IE6 2009-Apr.vhd“, dies ist das von uns benötigte Festplattenabbild, welches erfreulicherweise automatisch von VirtualBox akzeptiert wird – Konvertierungsorgien, wie noch in älteren Versionen nötig, gehören somit der Vergangenheit an. Beim Einbinden dieses Images in die VirtualBox läuft dennoch nicht alles so sauber ab wie bei den kommerziellen Mitbewerbern. U.a. muss man, auch wenn man die mitgelieferten „Gasterweiterungen“ installiert hat, den Ethernettreiber manuell installieren. Diesen findet man mit etwas Glück auf den Seiten von AMD. Auch der freigegebene „Gemeinsame Ordner“ wird leider nicht so komfortabel in die virtuelle Maschine integriert, wie man das vielleicht von VMware oder Parallels gewohnt ist. Erst der manuelle Weg über „My Network Places“, „Add A Network Place“, „Choose Another Network Location“, „Browse“, „Entire Network“ und schließlich „VirtualBox Shared Folders“ führt hier zum Ziel. Ist der „WinXP_SignedDriver“ aber einmal installiert, kann man endlich auch den Internet Explorer 6 zum Testen der eigenen Webseiten nutzen. Microsoft Internet Explorer 6 Die kleinen Ungereimtheiten enden hier aber noch nicht: Auch mit den USB-Treibern gibt es leider Probleme, so dass z.B. ein USB-Stick nicht eingebunden wird. Auch das von VirtualBox verlangte „Service Pack 3“-Image konnte diese Probleme nur teilweise beheben. Ja, selbst der Ton funktioniert hier bisher nicht aufgrund fehlender Audiotreiber. Summa summarum ist VirtualBox eine interessante, weil komplett kostenfreie Variante, den Internet Explorer 6 unter Mac OS X für Testzwecke zu nutzen. Die wenigsten Probleme und den besten Support hat man meiner Erfahrung nach bei VMware. 29,90 € berappen Schüler, Studenten, Lehrer und Dozenten, alle anderen zahlen 49,90 €. Eine 30-Tage-Demoversion ist ebenfalls verfügbar. Bleibt lediglich abzuwarten, ob Microsoft erneut neue VPC-Images online stellt (so wie schon einmal im April 2009 geschehen), denn das aktuelle Image läuft Ende August 2009 ab. Was mich interessiert: Wie testet Ihr Eure Webseiten auf IE6-Kompatibilität?

Bildschirmfotos unter Mac OS X erstellen

OS X Tastaturkuerzel

Oft fragt man mich nach den Tastaturkürzeln für die Erstellung von Screenshots unter Mac OS X, deshalb an dieser Stelle eine kleine Anleitung.

Apfel + Shift + 3

Möchte man den gesamten Bildschirm fotografieren, hält man die Apfel- sowie die Shift-Taste gleichzeitig gedrückt und drückt dann die Taste 3. Die Aufnahme wird als „Bild 1.png“ auf dem Schreibtisch gespeichert. Weitere Bilder werden automatisch durchnummeriert.

Apfel + Shift + 4

Wenn man nur einen bestimmten Bildschirmbereich fotografieren möchte, drückt man statt der Taste 3 die Taste 4. So verwandelt man den Mauszeiger in ein Fadenkreuz, mit dem man einen gewünschten Bereich markieren kann. Im Idealfall setzt man am gewünschten Bereich oben links an, hält dann die linke Maustaste gedrückt und zieht die Maus bis zur rechten unteren Ecke des Bereichs, der aufgenommen werden soll. Sobald man die Maustaste loslässt, wird der markierte Bildschirmbereich fotografiert. Das aufgenommene Bild findet man ebenfalls auf dem Schreibtisch.

Command + Shift + 4 + Space

Auch grafische Elemente von Mac OS X lassen sich fotografieren (Fenster, Ordner, Dateien, das Dock sowie Menüs). Man hält dazu die Apfel- sowie die Shift-Taste gleichzeitig gedrückt und drückt dann zusätzlich die Taste 4. Der Mauszeiger hat sich nun wieder in das Fadenkreuz verwandelt. Wenn man jetzt die Space-Taste betätigt, wird das Fadenkreuz zu einem Fotoapparat. Damit kann man einzelne grafische Elemente selektieren, ein Klick auf die linke Maustaste agiert als „Auslöser“. Das Besondere: Auch verdeckte oder außerhalb des sichtbaren Bildschirmbereichs befindliche Elemente werden komplett aufgenommen und als Bild auf dem Schreibtisch abgelegt.

Abbrechen kann man alle Aktionen jederzeit mit der Escape-Taste.

Seit Mac OS X 10.5 Leopard existieren ein paar zusätzliche Optionen:

  1. die Space-Taste gedrückt halten um den markierten Bereich zu verschieben
  2. die Shift-Taste gedrückt halten um den markierten Bereich in der Vertikalen oder Horizontalen anzupassen
  3. die Options-Taste gedrückt halten für zentrierte Größenänderung

Einige weniger bekannte Optionen sollen natürlich nicht unerwähnt bleiben:

A) Wenn man das Bildschirmfoto lediglich in einem anderen Programm einsetzen möchten (z.B. zum Versand per Apple Mail), hält man beim „Auslösen“ zusätzlich die Control-Taste gedrückt. Dann wird der Screenshot in der Zwischenablage abgelegt, statt ihn auf dem Schreibtisch als Bild abzuspeichern.

B) Mac OS X speichert Bildschirmfotos seit Mac OS X 10.4 Tiger als PNG-Bilder auf dem Schreibtisch (unter 10.3 Panther wurden PDFs erzeugt, unter 10.2 Jaguar JPGs). Mit Hilfe des Terminals kann man jedoch das Speicherformat selbst bestimmen:

defaults write com.apple.screencapture type image_format

Das image_format ersetzt man wahlweise durch jpg, tiff, pdf, png, bmp oder pict. Wenn man nun den Benutzer ab- und wieder anmeldet, ist das neue Bildschirmfoto-Format eingestellt. Alternativ kann man auch via Terminal den System-Prozess „SystemUIServer“ beenden:

killall SystemUIServer

Mit dem Befehl exit beendet man den aktuellen Terminal-Prozess.

C) Sollte man Screenshots ohne den Mac OS X typischen Schatteneffekt erstellen wollen, lässt sich auch dies leicht per Terminal einrichten:

defaults write com.apple.screencapture disable-shadow -bool true

Per

killall SystemUIServer

lässt sich der „SystemUIServer“-Prozess beenden, so dass diese Einstellung ohne ab- und wieder anmelden des Benutzers aktiv wird.

Das Standard-Verhalten ließe sich jederzeit wieder folgendermaßen aktivieren:

defaults write com.apple.screencapture disable-shadow -bool false

D) Natürlich kann man auch den Speicherort für Bildschirmfotos per Terminal ändern:

defaults write com.apple.screencapture location /Pfad

Den /Pfad ersetzt man durch den gewünschten Ordner. Am Einfachsten geschieht das, indem man sich den Ordner im Finder „greift“ und über dem Terminal-Fenster „fallen lässt“.

Interessant: Wenn man den speziell definierten Zielordner löscht, ist die Bildschirmfoto-Funktionalität bis auf Weiteres unterbunden.

Wesentlich weiter reichende Möglichkeiten (inkl. Video & Ton) bieten spezielle ScreenCapture-Programme wie z.B.:

SnapzProX: http://www.ambrosiasw.com/utilities/snapzprox/

ScreenFlick: http://www.araelium.com/screenflick/

ScreenFlow: http://www.varasoftware.com/products/screenflow/

Screenium: http://www.synium.de/products/screenium/index.html

Camtasia: http://www.techsmith.com/camtasia-mac-features.html

Apples Update/Upgrade-Politik

Die kürzlich veröffentlichte Version 4 von Safari schließt Unmengen an Sicherheitslücken, die in Safari 3.2.1 wahrscheinlich nach wie vor vorhanden sind. Gestern wurde nun auch die neue Version 3.0 des Betriebssystems für iPod Touch und iPhone veröffentlicht, und auch diese Aktualisierung schließt mehrere Sicherheitslücken, die in der Version 2.2.1 offensichtlich niemals beseitigt werden. Dass es mit den Sicherheits-Aktualisierungen für Mac OS X allein nicht getan ist, stellte ich ja schon vor einiger Zeit fest. Jedoch ist diese neuerliche Update/Upgrade-Politik noch bedenklicher – Updates, welche Sicherheitslücken beseitigen, gibt es nach Veröffentlichung einer neuen Programmversion nicht mehr, man wird sozusagen zum Upgrade „gezwungen“ oder surft mit einem potentiell gefährdeten System. Angesichts dieser aktuellen Situation wird der Wunsch nach einer Mac OS X Version von Secunias Personal Software Inspector konkreter… Aktualisierung: Laut PocketGamer wird die Firmware 3.1.3 für den iPod Touch neuerdings kostenfrei angeboten. Somit sind dann zwar endlich die Sicherheitslücken kostenfrei geschlossen, allerdings auch diejenigen, die bisher einen Jailbreak ermöglichten – Honi soit qui mal y pense… 😉

QuickTime 7.6 schließt mehrere Sicherheitslücken

Soeben veröffentlichte Apple ein Update auf QuickTime Version 7.6 und schließt damit insgesamt 7 Sicherheitslücken. Die Beschreibung der Lücken findet sich hier. Ergänzung 1: An dieser Stelle sei noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass Safari- wie auch QuickTime-Updates Sicherheitslücken schließen, welche nicht von den allgemeinen Mac OS X Sicherheits-Aktualisierungen geschlossen werden! Ob sich diese Eigenart mit dem kommenden Mac OS X 10.6 Snow Leopard ändert, wird sich zeigen …