Webseiten im Internet Explorer 6 testen

Leider sind Webentwickler bei bestimmten Projekten nach wie vor darauf angewiesen, Ihre Seiten auch unter dem veralteten Microsoft Internet Explorer 6 zu testen. Da die Entwicklung des Internet Explorer für Mac OS X schon mit der Version 5.1.7 eingestellt wurde, kommt man in diesem Fall nicht um Windows herum. Seit in den Apple-Rechnern intel-Prozessoren arbeiten, lässt sich das Betriebssystem aus dem Hause Microsoft jedoch in annehmbarer Geschwindigkeit nutzen (VirtualPC wie auch GuestPC auf PPC-Macs waren bzw. sind im praktischen Arbeitsalltag leider kaum zu gebrauchen). Für „Windows auf dem Mac“ bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Entweder richtet man sich mit Hilfe von Apples BootCamp eine Windows-Partition parallel zur Mac OS X Partition ein oder aber man nutzt eine Virtualisierungslösung wie z.B. VMware Fusion, Parallels Desktop oder VirtualBox von Sun. Das auf WINE basierende CrossOverX verzichtet komplett auf Windows, unterstützt den IE6 bisher aber nur unzureichend. Hier sorgen vor allem fehlende Windows-Schriften für diverse Rendering-Probleme. Da eine Lösung per Bootcamp-Partition einen umständlichen Neustart in Windows erfordert und die beiden führenden Virtualisierungslösungen VMware Fusion und Parallels Desktop kommerzielle und damit kostenpflichtige Lösungen sind, werde ich mich in diesem Artikel auf das frei erhältliche VirtualBox konzentrieren. Mit einem bei Microsoft erhältlichen VirtualPC-Festplattenabbild lässt sich sogar die Anschaffung einer Windows-Lizenz vermeiden. VirtualBox Zuallererst läd man sich hier die Datei „IE6-XPSP3.exe“ herunter: Um die .exe-Datei extrahieren zu können, installieren wir uns das Kommandozeilentool RAR. Aus dem extrahierten Archiv kopieren wir uns die beiden Kommandozeilenbefehle rar sowie unrar in unser bin-Verzeichnis (Administrator-Identifizierung erforderlich). rar and unrar bin ist einer der vielen unsichtbaren Ordner von Mac OS X, wir erreichen diesen aber bequem über das Finder-Menü „Gehe zu/Gehe zum Ordner …“. Finder Menue Gehe zum Ordner Ein „unrar e“ per Terminal und die Datei „IE6-XPSP3.exe“ per drag’n’drop eingefügt entpackt uns nun die Datei (dies dauert ca. eine Minute). unrar Dateipfad In unserem Benutzerverzeichnis finden wir nun die Datei „XP SP3 with IE6 2009-Apr.vhd“, dies ist das von uns benötigte Festplattenabbild, welches erfreulicherweise automatisch von VirtualBox akzeptiert wird – Konvertierungsorgien, wie noch in älteren Versionen nötig, gehören somit der Vergangenheit an. Beim Einbinden dieses Images in die VirtualBox läuft dennoch nicht alles so sauber ab wie bei den kommerziellen Mitbewerbern. U.a. muss man, auch wenn man die mitgelieferten „Gasterweiterungen“ installiert hat, den Ethernettreiber manuell installieren. Diesen findet man mit etwas Glück auf den Seiten von AMD. Auch der freigegebene „Gemeinsame Ordner“ wird leider nicht so komfortabel in die virtuelle Maschine integriert, wie man das vielleicht von VMware oder Parallels gewohnt ist. Erst der manuelle Weg über „My Network Places“, „Add A Network Place“, „Choose Another Network Location“, „Browse“, „Entire Network“ und schließlich „VirtualBox Shared Folders“ führt hier zum Ziel. Ist der „WinXP_SignedDriver“ aber einmal installiert, kann man endlich auch den Internet Explorer 6 zum Testen der eigenen Webseiten nutzen. Microsoft Internet Explorer 6 Die kleinen Ungereimtheiten enden hier aber noch nicht: Auch mit den USB-Treibern gibt es leider Probleme, so dass z.B. ein USB-Stick nicht eingebunden wird. Auch das von VirtualBox verlangte „Service Pack 3“-Image konnte diese Probleme nur teilweise beheben. Ja, selbst der Ton funktioniert hier bisher nicht aufgrund fehlender Audiotreiber. Summa summarum ist VirtualBox eine interessante, weil komplett kostenfreie Variante, den Internet Explorer 6 unter Mac OS X für Testzwecke zu nutzen. Die wenigsten Probleme und den besten Support hat man meiner Erfahrung nach bei VMware. 29,90 € berappen Schüler, Studenten, Lehrer und Dozenten, alle anderen zahlen 49,90 €. Eine 30-Tage-Demoversion ist ebenfalls verfügbar. Bleibt lediglich abzuwarten, ob Microsoft erneut neue VPC-Images online stellt (so wie schon einmal im April 2009 geschehen), denn das aktuelle Image läuft Ende August 2009 ab. Was mich interessiert: Wie testet Ihr Eure Webseiten auf IE6-Kompatibilität?